An Eleonora Duse
Oh Schönheit voller Tränen,
Wo jede vorübergehende Qual ihre Spuren hinterließ,
bitte ich dich, mir diese Tiefe der Gnade zu gewähren:
Die ich sehen kann, bevor sie verschwindet,
Durch das Tor unserer Hoffnungen und Ängste geweht,
In des Todes letzter unersättlicher Umarmung,
Die Herrlichkeit und Traurigkeit deines Gesichts,
Seine Hoffnung ohne Fähigkeit durch all die Jahre.
Keine Bitterkeit haftet unter deinem Kummer,
Im Grab der dunklen Wildheit deines Haares,
Gibt es eine Kraft, die immer aufsteigt und verfliegt;
Die stille Müdigkeit deines Mundes ist keine Verzweiflung.
Vielleicht liebt Gott unter uns feigen Erdenwesen sein Schweigen mehr als das Gebet.
An Eleonora Duse
Deine Schönheit lebt in mystischen Melodien,
Und alles Licht haucht ein Lied über dich.
Deine Stimme erweckt die verträumten Klänge, die sich drängen
In unsere musikdurchdrungenen Erinnerungen.
Der Gesang der Sirenen, der in die Meere eintaucht,
Wenn die Menschen das Zuhören verlernt haben, schwebt dahin
Die Unterwasserströmung deiner Stimme, süß und stark.
Sizilianische Hirten pfeifen unter den Bäumen.
Ein einsamer Ägypter spielt eine uralte Flöte.
Im Morgengrauen spricht der Memnon seinen uralten Gruß.
Am Nil, gestreckt von Wüstenbrisen.
Musik verklingt über dir, du stehst,
Und Orpheus liegt da, zittert in Stille.